Das Wichtigste in Kürze
- Die goldene Reihenfolge: zuerst neuen Anbieter fixieren, dann den alten kündigen – nie umgekehrt.
- Kündigungsfristen von meist 60 Tagen / 2 Monaten und eine allfällige Mindestlaufzeit bestimmen deinen Zeitplan.
- Aufschaltdatum und Vertragsende koordinieren – so vermeidest du Offline-Tage und doppelte Kosten.
- Neukunden profitieren oft von Wechselprämien und Rabatten – Treue wird selten belohnt.
- Mietrouter fristgerecht zurückschicken, sonst drohen Gebühren.
Schritt 1: Vertragsdetails des alten Abos prüfen
Bevor du irgendetwas unterschreibst, brauchst du drei Informationen aus deinem bestehenden Vertrag:
- Mindestlaufzeit: Läuft dein Vertrag noch in einer Mindestbindung (oft 12 oder 24 Monate)? Ein vorzeitiger Ausstieg kostet in der Regel die restlichen Monatsgebühren – dann lohnt sich das Warten bis zum Laufzeitende meist mehr.
- Kündigungsfrist: Üblich sind in der Schweiz 60 Tage beziehungsweise 2 Monate, teils auf ein Monatsende. Verpasst du den Termin, verlängert sich der Vertrag je nach Bedingungen um weitere Monate.
- Kündigungsweg: Online-Formular, Brief oder Telefon – halte dich exakt an den vorgeschriebenen Weg und verlange eine Kündigungsbestätigung.
Extra-Tipp: Erhöht dein Anbieter die Preise oder ändert er die Bedingungen wesentlich, hast du oft ein ausserordentliches Kündigungsrecht auf den Zeitpunkt der Änderung – auch innerhalb der Mindestlaufzeit. Ein Blick in das Änderungsschreiben lohnt sich.
Schritt 2: Neuen Anbieter und neues Abo wählen
Jetzt kommt der angenehme Teil. Prüfe im Internet+TV-Vergleich, welche Angebote an deiner Adresse verfügbar sind – die Auswahl hängt von der Technologie ab, die bei dir liegt. Ob Glasfaser, Kabel oder DSL für dich in Frage kommt, erklärt der Artikel Glasfaser, Kabel oder DSL.
Worauf du neben dem Monatspreis achten solltest:
- Neukunden-Aktionen: Rabattierte erste Monate, geschenkte Aufschaltgebühren oder Prämien sind beim Internetwechsel verbreitet – rechne aber immer die Gesamtkosten über die Laufzeit, nicht nur den Aktionspreis.
- Bandbreite realistisch wählen: Für die meisten Haushalte reichen mittlere Geschwindigkeiten; wer im Homeoffice arbeitet, achtet zusätzlich auf den Upload – Details im Artikel Internet fürs Homeoffice.
- Mindestlaufzeit des neuen Vertrags: Kürzere Bindung = mehr Flexibilität beim nächsten Wechsel.
- TV-Bedarf: Brauchst du ein TV-Paket dazu oder reichen Streaming-Dienste? Das beeinflusst die Angebotswahl deutlich.
Wichtig: Schliesse den neuen Vertrag ab, bevor du den alten kündigst – erst wenn Verfügbarkeit und Aufschaltdatum bestätigt sind, ist der Zeitplan sicher.
Schritt 3: Aufschaltdatum koordinieren – so bleibst du online
Der Kern des unterbruchsfreien Wechsels ist die Terminplanung. Die Zielvorgabe: Das neue Abo ist ein paar Tage vor dem Ende des alten aktiv. Eine kurze, bewusste Überlappung von wenigen Tagen kostet fast nichts und gibt dir Zeit, den neuen Router in Ruhe einzurichten und zu testen. Klappt am Aufschalttag etwas nicht, surfst du einfach über den alten Anschluss weiter – und im Notfall überbrückt der Handy-Hotspot ein paar Stunden problemlos.
So sieht der Zeitplan konkret aus:
| Zeitpunkt | Aufgabe |
|---|---|
| ca. 3 Monate vorher | Vertragsdetails prüfen: Laufzeit, Kündigungsfrist, Kündigungsweg |
| ca. 2,5 Monate vorher | Angebote vergleichen, Verfügbarkeit an der Adresse checken |
| ca. 2 Monate vorher | Neuen Vertrag abschliessen, Wunsch-Aufschaltdatum angeben; alten Vertrag fristgerecht auf das Laufzeitende kündigen |
| 1–2 Wochen vorher | Neuer Router trifft ein; Termin für allfälligen Techniker-Besuch bestätigen |
| Aufschalttag | Neuen Router anschliessen, Geräte umhängen, Verbindung testen |
| Nach dem Wechsel | Alten Mietrouter fristgerecht zurückschicken, Schlussrechnung kontrollieren |
Viele neue Anbieter bieten zudem an, die Kündigung beim alten Anbieter zu übernehmen und den Termin zu koordinieren. Das ist bequem – kontrolliere aber trotzdem, dass die Kündigung fristgerecht bestätigt wird. Verantwortlich bleibst am Ende du. Bewahre alle Bestätigungen auf und kontrolliere die Schlussrechnung des alten Anbieters: Pro-rata-Abrechnung, allfällige Guthaben und die Rückgabe der Geräte sollten dort korrekt ausgewiesen sein.
Router, Festnetznummer und TV-Box: die praktischen Details
Drei Punkte, die beim Wechsel gern vergessen gehen:
- Router-Rückgabe: Miet- und Leihgeräte (Router, TV-Boxen, Fernbedienungen) musst du nach Vertragsende zurücksenden – meist innert einer Frist von wenigen Wochen, sonst wird das Gerät in Rechnung gestellt. Bewahre den Einlieferungsbeleg auf.
- Festnetznummer: Wenn du eine Festnetznummer nutzt, kannst du sie zum neuen Anbieter portieren. Gib das beim Abschluss an – wie bei der Handynummer-Portierung gilt: Der neue Anbieter kümmert sich darum, kündige die Nummer nicht separat.
- Eigene Einstellungen sichern: WLAN-Name und Passwort kannst du beim neuen Router gleich benennen wie bisher – dann verbinden sich die meisten Geräte automatisch wieder, ohne dass du jedes einzeln neu einrichten musst.
- Provider-Mail-Adresse prüfen: Nutzt du eine E-Mail-Adresse deines Anbieters, verlierst du sie beim Wechsel unter Umständen. Stelle wichtige Konten rechtzeitig auf eine anbieterunabhängige Adresse um – das erspart dir viel Ärger und macht dich auch für künftige Wechsel frei.
Sonderfall Umzug: Wechseln statt mitnehmen?
Ein Umzug ist der beste Moment für einen Anbieter-Check. Zwei Szenarien:
- Der Anbieter kann an der neuen Adresse liefern: Dann läuft der Vertrag in der Regel einfach weiter – du meldest den Umzug und der Anschluss zügelt mit. Bequem, aber du verpasst die Chance auf ein besseres Angebot.
- Der Anbieter kann an der neuen Adresse nicht oder nur schlechter liefern: Prüfe die Vertragsbedingungen – je nach Anbieter bestehen beim Umzug Sonderregelungen bis hin zu erleichterten Ausstiegsmöglichkeiten, wenn die Leistung am neuen Ort nicht erbracht werden kann.
Unabhängig davon gilt: An der neuen Adresse ist womöglich eine bessere Technologie verfügbar – etwa Glasfaser statt DSL. Vergleiche deshalb bei jedem Umzug neu, statt den alten Vertrag reflexartig mitzunehmen. Bei Fragen zur Situation an deiner neuen Adresse hilft dir auch unsere kostenlose Beratung.
Was der Wechsel bringt: Prämien und tiefere Monatskosten
Der Aufwand von zwei, drei Stunden zahlt sich fast immer aus. Internetanbieter kalkulieren wie Mobilfunkanbieter: Neukunden erhalten die Aktionen, Bestandskunden den Listenpreis. Typisch sind stark rabattierte erste Monate, erlassene Aufschaltgebühren oder Kombi-Vorteile. Über die Vertragsdauer gerechnet liegen zwischen einem alten Listenpreis-Vertrag und einem frischen Aktionsangebot schnell mehrere hundert Franken – bei identischer oder besserer Leistung.
Deshalb lohnt sich dieselbe Routine wie beim Handy-Abo: Einmal jährlich vergleichen, spätestens zum Ende jeder Mindestlaufzeit. Warum sich diese Wechsel-Disziplin generell auszahlt, liest du im Artikel Wechseln statt verlängern.
Und falls du gar nicht wechseln willst: Schon die glaubwürdige Absicht kann sich lohnen. Wer mit einem konkreten Konkurrenzangebot beim bisherigen Anbieter anruft, erhält nicht selten ein Rückbehalte-Angebot mit Rabatt. Funktioniert das nicht, ist der Wechsel mit diesem Fahrplan ohnehin nur einen Schritt entfernt – und der neue Anbieter freut sich über dich als Neukunden mit Neukunden-Konditionen.
Häufige Fragen
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