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Ratgeber · Internet & TV

Internet-Abo wechseln: Schritt für Schritt ohne Unterbruch

Viele bleiben Jahre beim gleichen Internetanbieter – aus Angst vor Offline-Tagen und Papierkram. Dabei ist der Wechsel planbar wie ein Zügeltermin: mit der richtigen Reihenfolge läuft er ohne Unterbruch und spart oft mehrere hundert Franken pro Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die goldene Reihenfolge: zuerst neuen Anbieter fixieren, dann den alten kündigen – nie umgekehrt.
  • Kündigungsfristen von meist 60 Tagen / 2 Monaten und eine allfällige Mindestlaufzeit bestimmen deinen Zeitplan.
  • Aufschaltdatum und Vertragsende koordinieren – so vermeidest du Offline-Tage und doppelte Kosten.
  • Neukunden profitieren oft von Wechselprämien und Rabatten – Treue wird selten belohnt.
  • Mietrouter fristgerecht zurückschicken, sonst drohen Gebühren.

Schritt 1: Vertragsdetails des alten Abos prüfen

Bevor du irgendetwas unterschreibst, brauchst du drei Informationen aus deinem bestehenden Vertrag:

Extra-Tipp: Erhöht dein Anbieter die Preise oder ändert er die Bedingungen wesentlich, hast du oft ein ausserordentliches Kündigungsrecht auf den Zeitpunkt der Änderung – auch innerhalb der Mindestlaufzeit. Ein Blick in das Änderungsschreiben lohnt sich.

Schritt 2: Neuen Anbieter und neues Abo wählen

Jetzt kommt der angenehme Teil. Prüfe im Internet+TV-Vergleich, welche Angebote an deiner Adresse verfügbar sind – die Auswahl hängt von der Technologie ab, die bei dir liegt. Ob Glasfaser, Kabel oder DSL für dich in Frage kommt, erklärt der Artikel Glasfaser, Kabel oder DSL.

Worauf du neben dem Monatspreis achten solltest:

Wichtig: Schliesse den neuen Vertrag ab, bevor du den alten kündigst – erst wenn Verfügbarkeit und Aufschaltdatum bestätigt sind, ist der Zeitplan sicher.

Schritt 3: Aufschaltdatum koordinieren – so bleibst du online

Der Kern des unterbruchsfreien Wechsels ist die Terminplanung. Die Zielvorgabe: Das neue Abo ist ein paar Tage vor dem Ende des alten aktiv. Eine kurze, bewusste Überlappung von wenigen Tagen kostet fast nichts und gibt dir Zeit, den neuen Router in Ruhe einzurichten und zu testen. Klappt am Aufschalttag etwas nicht, surfst du einfach über den alten Anschluss weiter – und im Notfall überbrückt der Handy-Hotspot ein paar Stunden problemlos.

So sieht der Zeitplan konkret aus:

Zeitplan für den unterbruchsfreien Internetwechsel
ZeitpunktAufgabe
ca. 3 Monate vorherVertragsdetails prüfen: Laufzeit, Kündigungsfrist, Kündigungsweg
ca. 2,5 Monate vorherAngebote vergleichen, Verfügbarkeit an der Adresse checken
ca. 2 Monate vorherNeuen Vertrag abschliessen, Wunsch-Aufschaltdatum angeben; alten Vertrag fristgerecht auf das Laufzeitende kündigen
1–2 Wochen vorherNeuer Router trifft ein; Termin für allfälligen Techniker-Besuch bestätigen
AufschalttagNeuen Router anschliessen, Geräte umhängen, Verbindung testen
Nach dem WechselAlten Mietrouter fristgerecht zurückschicken, Schlussrechnung kontrollieren

Viele neue Anbieter bieten zudem an, die Kündigung beim alten Anbieter zu übernehmen und den Termin zu koordinieren. Das ist bequem – kontrolliere aber trotzdem, dass die Kündigung fristgerecht bestätigt wird. Verantwortlich bleibst am Ende du. Bewahre alle Bestätigungen auf und kontrolliere die Schlussrechnung des alten Anbieters: Pro-rata-Abrechnung, allfällige Guthaben und die Rückgabe der Geräte sollten dort korrekt ausgewiesen sein.

Router, Festnetznummer und TV-Box: die praktischen Details

Drei Punkte, die beim Wechsel gern vergessen gehen:

Sonderfall Umzug: Wechseln statt mitnehmen?

Ein Umzug ist der beste Moment für einen Anbieter-Check. Zwei Szenarien:

Unabhängig davon gilt: An der neuen Adresse ist womöglich eine bessere Technologie verfügbar – etwa Glasfaser statt DSL. Vergleiche deshalb bei jedem Umzug neu, statt den alten Vertrag reflexartig mitzunehmen. Bei Fragen zur Situation an deiner neuen Adresse hilft dir auch unsere kostenlose Beratung.

Was der Wechsel bringt: Prämien und tiefere Monatskosten

Der Aufwand von zwei, drei Stunden zahlt sich fast immer aus. Internetanbieter kalkulieren wie Mobilfunkanbieter: Neukunden erhalten die Aktionen, Bestandskunden den Listenpreis. Typisch sind stark rabattierte erste Monate, erlassene Aufschaltgebühren oder Kombi-Vorteile. Über die Vertragsdauer gerechnet liegen zwischen einem alten Listenpreis-Vertrag und einem frischen Aktionsangebot schnell mehrere hundert Franken – bei identischer oder besserer Leistung.

Deshalb lohnt sich dieselbe Routine wie beim Handy-Abo: Einmal jährlich vergleichen, spätestens zum Ende jeder Mindestlaufzeit. Warum sich diese Wechsel-Disziplin generell auszahlt, liest du im Artikel Wechseln statt verlängern.

Und falls du gar nicht wechseln willst: Schon die glaubwürdige Absicht kann sich lohnen. Wer mit einem konkreten Konkurrenzangebot beim bisherigen Anbieter anruft, erhält nicht selten ein Rückbehalte-Angebot mit Rabatt. Funktioniert das nicht, ist der Wechsel mit diesem Fahrplan ohnehin nur einen Schritt entfernt – und der neue Anbieter freut sich über dich als Neukunden mit Neukunden-Konditionen.

Häufige Fragen

Üblich sind in der Schweiz 60 Tage beziehungsweise 2 Monate, oft auf ein Monatsende oder das Ende der Mindestlaufzeit. Die genaue Frist steht in deinen Vertragsbedingungen – prüfe sie früh, damit sich der Vertrag nicht ungewollt verlängert.
Nicht, wenn du richtig planst: Schliesse zuerst den neuen Vertrag ab und lege das Aufschaltdatum ein paar Tage vor das Ende des alten Vertrags. Die kurze Überlappung kostet wenig und garantiert einen nahtlosen Übergang.
Viele Anbieter bieten das als Wechselservice an. Das ist praktisch, entbindet dich aber nicht von der Kontrolle: Vergewissere dich, dass die Kündigung fristgerecht erfolgt und du eine Bestätigung des alten Anbieters erhältst.
Miet- und Leihgeräte wie Router und TV-Boxen musst du nach Vertragsende innert der angegebenen Frist zurückschicken, sonst werden sie dir in Rechnung gestellt. Gekaufte Geräte gehören dir, funktionieren beim neuen Anbieter aber nicht immer.
Je nach Anbieter gelten beim Umzug Sonderregelungen, insbesondere wenn er die Leistung an der neuen Adresse nicht erbringen kann. Prüfe die Vertragsbedingungen und nutze den Umzug in jedem Fall für einen Angebotsvergleich an der neuen Adresse.
Ja, Festnetznummern lassen sich wie Handynummern portieren. Gib beim Abschluss des neuen Vertrags an, dass du die Nummer behalten willst – der neue Anbieter organisiert die Portierung. Kündige die Nummer nicht selbst, sonst kann sie verloren gehen.

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